Für alle statt für wenige


Einführung eines Ferienbetreuungsangebotes durch die stadt Liestal

Von spliestal, 13. Januar 2019

Ein Postulat von Patrick Mägli der SP-Fraktion

in Zusammenarbeit mit Michael Durrer Grüne Fraktion, Vreni WunderlinCVP/EVP/GLP-Fraktion,Thomas Eugster FDP-Fraktion

Liestal, 22. Mai 2018

Einführung eines Ferienbetreuungsangebotes durch die Stadt Liestal

lm Jahr 2012 hat der Verein Ferienbetreuungsinitiative (FBl) begonnen, mit ihren Ferienbetreuungsangeboten für Primarschülerinnen und Primarschüler eine grosse Lücke bei den Betreuungsangeboten für Kinder von erwerbstätigen Eltern zu füllen. Nach Jahren der Aufbauarbeit betreut die FBI während den Schulferien þis zu 70 Schulkinder und leistet jährlich über 500 Betreuungstage. Häufig können aus Kapazitätsgründen nicht alle Anfragen berücksichtigt werden. Die Stadt unterstützt die FBI mit jährlich CHF 15’000.

Die FBI wird massgeblich von Freiwilligen getragen, welche während Jahren einen grossen Einsatz ohne Entgelt leisteten. Mangels Nachfolgelösung bat die FBI nun den Stadtrat, die Ferienbetreuung per 2019 zu übernehmen. Der Stadtrat lehnte dies ab. Er möchte am bisherigen Modell festhalten. Die FBI erachtet dies jedoch wegen der fehlenden Nachfolge nicht als realistisch, weshalb das Angebot per 2019 eingestellt werden müsste.

Es ist heute sehr häufig, dass beide Elternteile von Schulkindern erwerbstätig sind. Während der Schulzeit leisten dabei familienergänzende Tagesstrukturen einen wichtigen Beitrag fur die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Erwerbstätige Eltem haben aber nicht wie die Kindei 13 bis 14 Wochen Ferien und sind daher auf Belreuungsangebote während der Schulferien angewiesen. Die Organisation dieser Betreuung ist für viele Eltern sehr schwierig oder sogar unmöglich.

Ferienbetreuungsangebote tragen deshalb dazu bei, dass beide Elternteile arbeitstätig sein können, was angesichts des Fachkräftemangels auch für die Wirtschaft wichtig ist. Gute Betreuungsangebote unter Einschluss der Ferienþetreuung sind heute für viele Familien ein wichtiges Kriterium beim Entscheid der Wohnortswahl. Für die Standortgemeinden sind sie ebenfalls sehr interessant, ergeben sich doch höhere Steuererträge, wenn beide Elternteile erwerbstätig sein können. Das Gesetz über die familienergänzende Kinderbetreuung (FEB-Gesetz) verlangt denn auch, dass die Gemeinden den Bedarf an familienergänzender Kinderbetreuung in ihrer Gemeinde erheben und periodisch überprüfen.

Seit einigen Jahren bieten daher vielen Städte und Gemeinden neben familienergänzenden Tagesstrukturen während der Schule auch Ferienbetreuungsangebote an, deren Kosten nach Einkommen abgestuft werden. ln der Region sind dies beispielsweise Oberwil, Bottmingen und die Gemeinden im Birseck, welche bei der Ferienbetreuung zusammenarbeiten.

Um im Standortwettbewerb mithalten zu können, soll es in Liestal deshalb auch über 2018 hinaus ein Ferienbetreuungsangebot geben, denn es entspricht bereits heute einem klaren Bedarf. Damit die Ferienbetreuung auch für Familien mit kleineren Einkommen zugänglich ist, sollen die Kosten für die Eltern unter Berücksichtigung eines Sockelbeitrags nach Einkommen abgestuft werden, wie dies das kantonale FEB-Gesetz ebenfalls verlangt. Dabei soll ein Kostendach von jährlich 3OOO0 CHF (netto) nicht überschritten werden.

Wir bitten den Stadtrat, die Einführung eines Ferienbetreuungsangebots per Anfang 2019 zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten.

Postulatbeantwortung

Anmeldeformular Ferienbetreuung